Gute Luftqualität für Arbeitsleistung
Unternehmen fördern zunehmend gute Luftqualität am Arbeitsplatz
Die Welt ist im Klimawandel und er scheint unaufhaltsam. Diskussionen über Luftverschmutzung, fehlende gute Luftqualität und E-Mobilität spalten die Gesellschaft, Feinstaubbelastungen in den Großstädten verschlechtern die Lebensbedingungen im Innen- und auch im Ausland. Und in all dem Umbruch versucht die Wirtschaft noch, ihr Wachstum und ihre Produktivität wieder in Schwung zu bekommen. Wachsen bedeutet mehr … mehr Leistung, mehr Konzentration, mehr Output, mehr von allem, und die entscheidende Rolle, welche die Mitarbeitenden dabei spielen, fordert auch, oder gerade, von ihnen immer mehr Produktivität.
Um das zu gewährleisten, sind Unternehmen gezwungen, umzudenken und den Arbeitnehmern ein sauberes und sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen.
Harvard-Studie zeigt: Die gute Luftqualität am Arbeitsplatz ist maßgeblich für die kognitiven Fähigkeiten der Angestellten.
2021 veröffentlichten Harvard-Forscher eine Studie, in der sie über 12 Monate in sechs verschiedenen Ländern 302 Mitarbeitende beobachteten, um herauszufinden, welchen Einfluss die Feinstaub- und CO₂-Belastung auf die Produktivität hat. In der jeweiligen Arbeitsumgebung wurden Messungen bezüglich der Leistungsfähigkeit und auch der Denkfähigkeit unter Einfluss von Schadstoffen in der Luft durchgeführt. Das Ergebnis war wenig überraschend, aber wichtig: Diverse Emissionsquellen von Verkehr und nahen Industrieanlagen hin zu Laserdruckern und modernen 3D-Druckern vor Ort haben zur Verschlechterung der Innenraumluft geführt, und je schlechter die Luftqualität, desto mehr nahm die kognitive Leistung der Mitarbeitenden ab.
Auswirkungen von Feinstaub und schlechter Raumluft auf die Produktivität und Gesundheit
Was es bedeutet, wenn sich die kognitive Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter verschlechtert, war ebenfalls in der Studie ersichtlich. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Je schlechter die Luftqualität, desto unkonzentrierter wurden die Mitarbeiter. Ihre Merkfähigkeit nahm mit steigender Feinstaubkonzentration ab, Notizen wurden öfter eingesetzt und bei der Weitergabe von Informationen kam es vermehrt zu Missverständnissen. Auch Symptome wie Kopfschmerzen, brennende Augen durch gereizte Schleimhäute und Müdigkeit sind bei nahezu allen Probanden zu verzeichnen gewesen. Mit dem Verlassen der Räumlichkeiten ließen die Symptome zeitnah nach. Werden aus gelegentlichen Problemen eine Regelmäßigkeit, spricht man sogar vom Sick-Building-Syndrom.
Doch welche Maßnahmen helfen gegen die stickige Büroluft?
Des Deutschen bester Freund: das Lüften
Die Herausforderung bei einem Büro ist oft, dass viele Menschen mit vielen Präferenzen bezüglich guter Luftqualität in einem einzigen Raum sind. Der eine friert rasch und wohnt eigentlich bereits auf der Heizung. Die Zweite bekommt sofort Kopfschmerzen, wenn das Fenster länger als eine Stunde geschlossen ist. Der Dritte kämpft das ganze Jahr gegen Allergene aus Gräsern und Pollen. Die Vierte stört der Lärm der naheliegenden Produktionshallen oder der Autobahn.
Wenn sich dann endlich darauf geeinigt wurde, die verbrauchte Luft gegen Frischluft auszutauschen, eröffnet sich die nächste Frage: Wie? Gerade in Großraumbüros kommt es zur ewigen Diskussion über das Lüften: Lieber das gute, alte »German Lüften« (auch regelmäßiges Stoßlüften genannt), Dauerlüften, gar kein Lüften, nur morgens früh und so weiter. Viele Menschen und noch mehr Meinungen erschweren es, eine gute Luftqualität in Innenräumen des Arbeitsplatzes zu erzeugen. Auch gibt nicht jeder Gebäudekomplex ein regelmäßiges Lüften her, da er gegebenenfalls zu groß ist oder er in einer Umgebung steht, in der er von Feinstaub- und CO₂-Konzentrationen wie insbesondere in Industriegebieten umzingelt ist.
Dies trägt nicht immer zur Verbesserung des Betriebsklimas bei und noch weniger zur guten Raumluft.
Der ewige Kampf um die richtigen Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluftqualität
Die Arbeitgeber sind derweil dazu verpflichtet, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden nicht negativ beeinflusst wird.
Um das zu gewährleisten, haben mittlerweile viele Arbeitgeber ein CO₂-Monitoring in ihrem Gebäude installiert. Hierbei handelt es sich um die kontinuierliche Messung der CO₂-Konzentrationen in allen Räumlichkeiten. Über Infrarotsensoren ist es möglich, die Konzentration von Feinstaub und Kohlendioxid regelmäßig zu überprüfen und bei schlechter Luftqualität entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu ergreifen.
Luftreiniger und Lüftungsanlagen für die Arbeitsleistung
Um das Wohl der Mitarbeiter und die gute Luftqualität während des gesamten Arbeitstages und bei jeglichen äußeren Wetterbedingungen aufrechtzuerhalten, investieren mittlerweile die meisten Unternehmen in ihren Räumlichkeiten neben den üblichen Lüftungssystemen auch zusätzlich in Luftfilter. Eine Investition, um zu gewährleisten, dass das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz nicht durch schlechte Luft reduziert werden.
Wo liegt der Unterschied zwischen Luftreinigung und Lüftungsanlagen?
Für die Sicherstellung von gesunder Luft in Büros sind zwei Methoden möglich:
- Ein Luftreiniger säubert die vorhandene Atemluft ohne Austausch mit Außenluft, indem er diese anzieht und durch einen Filter leitet. Dabei werden Partikel wie Pollen, Keime, Staub und ggf. auch Gerüche herausgefiltert, sodass saubere Luft von den Luftreinigern wieder abgegeben werden kann. Durch diese Vorgehensweise ist das System gut geeignet, kleinere Räume keimfrei zu bekommen, allerdings ist es ihm kaum möglich, den CO₂-Wert zu senken.
- Eine Lüftungsanlage dagegen führt kontinuierlich verbrauchte Innenluft ab und bringt frische Außenluft ins Gebäude zurück. Durch zusätzliche Filter innerhalb der Anlage, kann die Zuluft zusätzlich gereinigt werden. Anlagen mit zusätzlicher Wärmerückgewinnung können auch noch Heizkosten sparen.
Um die Auswirkungen schlechter Luftqualität langfristig zu minimieren, ist es immer wichtig, dass die Lüftungs- und Luftreinigungsanlagen einer regelmäßigen Wartung unterzogen werden.
Saubere Luft am Arbeitsplatz für Konzentration und Aufmerksamkeit
Immer mehr Arbeitgeber legen Wert auf den Schutz vor den negativen Auswirkungen und eine saubere Arbeitsumgebung, um die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeitenden zu fördern und zu unterstützen. Gerade in der heutigen Zeit, in der das Bewusstsein der Mitarbeitenden bezüglich Gesundheit und langfristiger Work-Life-Balance immer mehr Gewicht erhält, müssen Unternehmen Schritt halten und Umgebungen schaffen, in denen sich die Mitarbeiter wohlfühlen und gerne arbeiten.