Science-Fiction als Filmgenre – Ein schlafender Riese oder eine angestaubte Leiche?

In den 80ern und in den 90er-Jahren boomte Science Fiction als Genre für Kinofilme. Meisterwerke wie „Terminator“, „Blade Runner“ oder „Alien“ eroberten die Kinos im Sturm und gelten heute noch als Science-Fiction-Meisterwerke. In den letzten Jahren gab es dafür immer weniger Filme des Genres, die wirklich neu und spannend waren. Woran liegt das? Gibt es keine guten Ideen mehr für Sci-Fi im Film? Oder hat das Genre vielleicht einfach nur sein Ende erreicht?
Ein Blick auf die Hochzeiten des Sci-Fi-Films
Science Fiction ist als Filmgenre deutlich älter als vierzig Jahre. „Die Zeitmaschine“, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von H.G. Wells, erschien beispielsweise 1960. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wurden zum ersten Mal 1959 verfilmt. „Der Omega-Mann“ mit Charlton Heston wurde auch bereits 1971 verfilmt. Die absoluten Hochzeiten des Genres sind aber die 80er-Jahre und die frühen 90er-Jahre. In diesem Zeitfenster erschienen unter anderem die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie, die Teile 4, 5 und 6 von „Star Wars“, „RoboCop“ und noch viele weitere Perlen des Genres.
Plötzlicher Technologiesprung schaffte Auftrieb
Es fällt deutlich auf, dass in dieser Zeitspanne deutlich mehr Science-Fiction-Filme auf den Markt kamen, die sich entweder direkt zum Erfolg oder im Nachhinein zu Kultfilmen entwickelten. Aber woran lag das? Hier gibt es unterschiedliche Meinungen. Viele Film-Experten schreiben den Erfolg der 80er- und 90er-Sci-Fi-Filme den neuen Technologien zu, die für den Film verwendet werden konnten.
Mit Special Effects wie Stop-Motion und beginnender CGI konnte man Szenen in die Filme einbauen, für die es in den 60er-Jahren einfach noch nicht die richtigen Mittel gegeben hatte. So leuchten Laserschwerter bedrohlich auf oder der Phaser bei „Star Trek“ schießt einen sichtbaren Strahl ab.
Aber nicht nur die Filmtechnik, sondern auch das Themenspektrum war in den 80er- und 90er-Jahren noch deutlich frischer. Eine Geschichte über eine Killermaschine in Menschengestalt, die zum 12. Mai 1984 zurückgeschickt wurde, um die Zukunft zu verändern, hatte es so vorher noch nicht gegeben. In Filmen wie „Johnny Mnemonic“* oder „Der Rasenmähermann“* wurde den Zuschauern dann auch gezeigt, wie jemand in den Cyberspace eintauchen und als digitale Person herumfliegen konnte. Für damalige Zeiten waren dies völlig unverbrauchte Ideen.
Das Problem des Science-Fiction-Genres

Aus heutiger Sicht wirkt es wirklich so, als ob Sci-Fi-Filme in der Krise stecken. Filme wie „Transcendence“ von 2014 oder „Reminiscence“ aus dem Jahr 2021 haben gute Ansätze, aber gehen trotzdem häufig unter. Dabei sehen sie auf den ersten Blick nicht schlecht aus. Sie haben durchaus solide Effekte, interessante Ansätze und werden durch große Namen wie Johnny Depp oder Hugh Jackman gestützt. Trotzdem können die Filme kaum richtig zünden.
Ein Problem der Filme ist, dass ihnen ein Eyecatcher fehlt. Es werden die gleichen Effekt-Techniken genutzt, die dutzende Filme bereits seit Jahren verwenden. Die Digitalisierung hat das Erschaffen ganzer Welten am Computer noch einfach gemacht und die Zuschauer bekommen mittlerweile mehr CGI als realen Film geboten.
Science-Fiction von Gegenwart überholt
Ein anderes Problem besteht darin, dass die technologische Entwicklung die Fiktion immer weiter einholt. Roboter, Laser oder intelligente Computer-Systeme sind längst nicht mehr so unvorstellbar, wie es noch vor vierzig Jahren der Fall gewesen ist. Selbst Flüge zu anderen Planeten wie zum Mars sind deutlich realistischer geworden. Unsere technologischen Sprünge sind dermaßen groß, dass die geniale Science-Fiction von heute bereits alter Kaffee von gestern sein kann.
Aber auch die schiere Maß an Sci-Fi-Filmen hat das Genre in eine Schieflage gebracht. Da Filmproduktionen heutzutage immer häufiger auf höhere Geldsummen Zugriff haben, entstehen daraus auch immer wieder neue Filme, die im Tripel-A-Segment landen und das Potenzial zu einem großen Hit haben. Die vielen Filme nehmen sich aber gegenseitig das Publikum weg, was dazu führt, dass sie letztendlich nicht so erfolgreich werden, wie man es gehofft hätte. Selbst große Marken sind davor nicht sicher, wie „Terminator: Dark Fate“ oder „Prometheus“ gezeigt haben.
Die Lösung für kommende Science-Fiction-Filme
Science-Fiction ist weit davon entfernt, zu einem toten Genre zu werden. Es gibt immer noch genügend ambitionierte Projekte, die die Flagge die Geschichten von morgen eben hochhalten. Filme wie „Matrix“ (1999) oder „Looper“ (2014) sind da die besten Beispiele für. Diese Filme konnten entweder durch neuartige Technologien oder eine spannende Story durchaus überzeugen und Fans des Genres aufs Neue begeistern.
Durch den technologischen Fortschritt haben sich außerdem neue Themen eröffnet, die bisher noch wenig Aufmerksamkeit in Sci-Fi-Filmen bekommen haben. Das Smarthome, Smartphone und Kryptowährungen sind hier nur drei Beispiele, die noch auf die große Entdeckung der Filmstudios warten.
Dystopien in Verbindung mit aktuellem Fortschritt
Die Serie „Love, Death and Robots“, die 2019 startete, zeigt aber schon, in welche Richtungen ein Sci-Fi-Film gehen könnte, wenn das eigene digitale Zuhause plötzlich zur tödlichen Bedrohung wird oder was passiert, wenn im Kühlschrank aus dem Nichts intelligentes Leben wächst.
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Es wird immer neue Dinge geben, die ein Science-Fiction-Film aufgreifen kann. Aber sich zu überlegen, wie ein Sci-Fi-Film aussehen könnte, ist auch schon etwas Sci-Fi an sich. Fans des Genres sollten darum nicht die Flinte ins Korn werfen. Wie in jedem Genre wird es auch in der Zukunft noch Filme geben, die zum Hit werden und die Fahne des futuristischen, packenden Sci-Fi-Films hochhalten.
Welche aktuellen Filme aus dem Genre „Science-Fiction“ verbinden in deinen Augen die Technik von heute und die Zukunft von morgen?
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