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So gelingt der Umstieg zum Veganismus

Der Veganismus bestimmt seit Jahren meine Ernährung, auch wenn ich den kompletten Umstieg noch nicht vollzogen habe, gehört er fest zu meinem Vorhaben mich bewusster zu ernähren. Die Anzahl der Veganer in Deutschland steigt stetig an. Menschen werden aus verschiedensten Gründen vegan. Dies können zum einen ethisch-moralische Gründe sein, weil den Menschen das Tierwohl am Herzen liegt. Aber auch der Klimawandel spielt dabei eine große Rolle.

Ein großer Teil des CO₂-Ausstoßes entsteht direkt oder indirekt durch den Konsum tierischer Produkte. Dies bedeutet auch, dass wir hier neben der angestrebten E-Mobilität zudem in Sachen „Ernährung“ einen positiven Wandel für unser Klima hinbekommen müssen.

Für andere wiederum spielt die Gesundheit eine große Rolle. Zwar kann man sich auch als Veganer ungesund ernähren, in der Regel leben Veganer jedoch wesentlich gesünder, da sie sich mehr mit dem Thema Ernährung beschäftigen.

Nicht zuletzt haben verschiedene Dokumentationen, die über die sozialen Medien gern empfohlen werden, dazu beigetragen, dass Menschen sich dazu entschließen, vegan zu leben.

Der Mensch ist jedoch ein Gewohnheitstier. Wer sich sein bisheriges Leben lang von Fleisch ernährt hat, dem wird es nicht leicht fallen, von heute auf morgen auf tierische Produkte zu verzichten. Zum einen, weil man kaum Alternativen kennt, zum anderen, weil das Gehirn bei der Einführung neuer Gewohnheiten träge ist. Nicht zuletzt stoßen Veganer in ihrer Umgebung häufig auf Vorurteile. Im Folgenden findest Du Tipps, wie der Umstieg zum Veganismus gelingt.

Mein erstes Interesse am Veganismus entstand durch eine Ex-Freundin und die Besuche von verschiedenen Restaurants mit dem Fokus auf vegane Gerichte. Die Kreativität und Liebe zum Detail haben mich neugierig gemacht, aber auch satt. Ich liebe es in der Küche neue Dinge zu probieren und neben all dem vermeidbaren Übel durch Veganismus ist es kreativ und lecker zugleich.

Mach Dir Dein WARUM bewusst

Das wichtigste ist, dass man sich selbst darüber klar ist, warum man vegan sein möchte und dies auch verinnerlicht. Daher der erste Tipp: schau eine Dokumentation. Gerade Bilder können dem Gehirn dabei helfen, die nachvollziehbaren Gründe anschaulich abzuspeichern.

Dokumentationen über Veganismus

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Weitere Informationen

Netflix liefert viele triftige Gründe, vegan zu leben. In der Dokumentation „What the health“ auf Netflix werden die gesundheitlichen Aspekte des Veganismus beleuchtet. In „Cowspiracy“ werden die Folgen der industriellen Viehzucht dargestellt. Auch wenn Du zunächst mit einem bestimmten Grund in das Abenteuer Veganismus startest, ist es hilfreich, sich über all die anderen Vorteile und positiven Auswirkungen zu informieren, um sich selbst zu bestärken.

Buch-Tipps über Veganismus

Es wurden auch zahlreiche gute Bücher zum Thema geschrieben, wie „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer*. Dieses Buch bekam ich von der oben bereits erwähnten Ex-Freundin bei der ersten Gelegenheit.

Gute Argumente, sowohl, um sich selbst zu überzeugen, als auch für Diskussionen, findet man in dem Buch „Vegan ist Unsinn“ von Nico Ritter*. Das vorab zu lesen, schadet sicher nicht. Denn viele Menschen reagieren – aus welchen Gründen auch immer – mit einer Abwehrhaltung auf Veganer und versuchen diese vom Gegenteil zu überzeugen. Da kann es nicht schaden, sachlich informiert zu sein. Zudem kann dies auch die eigene Überzeugung festigen und bei der Umstellung helfen.

Mach eine Challenge

Eine Umstellung auf eine neue Lebensweise ist nicht leicht. In der Regel braucht das Gehirn mindestens 21 Tage, um sich an etwas Neues zu gewöhnen. Manche Studien gehen sogar von 66 Tagen aus. Vermutlich ist es bei jedem unterschiedlich. Wichtig ist jedoch, dass man neue Gewohnheiten über einen längeren Zeitraum etabliert und nicht davon abkommt. Motivierend kann dabei eine Challenge sein.

In den sozialen Medien gibt es immer wieder Challenges zum veganen Leben, an denen Du teilnehmen kannst und die dabei unterstützen, vegan zu werden. Alle Jahre wieder gibt es etwa den „Veganuary“. Dieser soll dazu anregen, gute Neujahrsvorsätze gleich in die Tat umzusetzen und sich den ganzen Januar über vegan zu ernähren. Du kannst aber auch jeden anderen Monat wählen.

Folge auch einem veganen Influencer oder einer veganen Influencerin in den sozialen Medien. Dort wirst Du immer wieder mit dem Thema konfrontiert und es finden regelmäßig Challenges statt. Der Veganuary selbst hat einen sehr empfehlenswerten YouTube-Kanal, denn dort gibt es nicht nur Tipps und Tricks zum Veganismus, sondern auch jede Menge leckere Rezepte.

Such Dir Gleichgesinnte im Veganismus

„Du bist die fünf Menschen, mit denen Du Dich die meiste Zeit umgibst“, ist ein bekannter Spruch aus der Persönlichkeitsentwicklung. Unser Umfeld hat großen Einfluss auf uns. Achte darum genau darauf, mit welchen Personen Du Dich umgibst. Unterstützen Dich Familie und Freunde bei Deinem Vorhaben? Wenn Menschen in Deinem näheren Umfeld negativ über Veganismus sprechen, dann meide vorwiegend in der Anfangsphase Gespräche darüber, um Dich nicht entmutigen zu lassen.

Wichtig ist es, sich Gleichgesinnte zu suchen. Entweder Freunde, die mit Dir gemeinsam den Weg gehen wollen oder Menschen, die schon länger vegan leben. Vor allem von letzteren kannst Du Dir viele gute Tipps und Unterstützung holen.

Such Dir auch bewusst Vorbilder. Schau Dich mal um und recherchiere, welche Prominenten zum Beispiel schon vegan leben. Oskar-Gewinner Joaquin Phoenix, der den Joker gespielt hat, lebt vegan oder die berühmte deutsche Schauspielerin Anke Engelke. Wenn Du Dich auf die Suche begibst, wirst Du noch viele mehr finden.

Die Ernährung

Veganismus

Tatsächlich ist die richtige vegane Ernährung nur ein kleiner Teil im Prozess der Umstellung auf den Veganismus. Die größte Arbeit liegt in der psychischen Umstellung. Aber auch hierfür ist der Blick auf die Ernährung wichtig und man kann sein Gehirn gut überlisten.

Das wichtigste ist, nicht im Mangel zu denken. Veganismus sollte nicht mit Verzicht, sondern mit Genuss verbunden und im Gehirn abgespeichert werden.

Mach Dir zunächst Gedanken darüber, welche veganen Gerichte Du vielleicht unbewusst schon kennst, die Dir richtig gut schmecken. Es gibt einige Gerichte, die von Haus aus vegan und eine Delikatesse sind. Zum Beispiel viele leckere thailändische oder indische Currys, das französische Ratatouille oder Spaghetti Aglio Olio oder Napoli.

Dann such Dir ein veganes Kochbuch* oder durchforste das Internet, um vegane Rezepte zu finden, bei denen Dir das Wasser im Munde zusammenläuft.

Wenn Du partout Heißhunger auf bestimmte Produkte hast, dann schau mal nach veganen Ersatzprodukten. Diese sind mittlerweile auch in den konventionellen Supermärkten erhältlich. Manche Produkte sind etwas gewöhnungsbedürftig, bei anderen merkt man kaum einen Unterschied.

Unternehmen setzen auf Veganismus

Viele Marken haben sich neben Käse- und Joghurt- auch auf leckere Fleischersatzprodukte spezialisiert. „Beyond Meat*“ beispielsweise bietet Burger-Pattys auf rein pflanzlicher Basis an, die sich, verarbeitet im Burger, von Geschmack und Konsistenz her, kaum von einem Burger-Patty aus Rindfleisch unterscheiden. Dieses Unternehmen löste vor einiger Zeit einen großen Hype aus, weil viele Prominente in das Unternehmen investierten, aber heute im Mai 2022 häufen sich die Meldungen über rasant fallende Aktienkurse.

Das Unternehmen „Rügenwalder Mühle“ machte erst vor wenigen Tagen auf sich aufmerksam, da diese Firma längst mehr Umsatz mit vegetarischen und veganen Produkte macht als mit den Fleischprodukten. Ich selbst bin großer Fan der veganen Produkte der „Rügenwalder Mühle“ und dieser Wandel des Unternehmens unter dem Mantel des Zeitgeistes ist bemerkenswert.

Aber auch für fast alle anderen tierischen Produkte gibt es mittlerweile guten Ersatz, vom Würstchen über das Cordon Bleu bis zum veganen Hack oder Hähnchenimitat. Manchmal dauert es etwas, bis man seine Marke gefunden hat, aber es lohnt sich in jedem Fall, sich mal durchzuprobieren.

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