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KI-Buch: So erkennst du es!

Liste mit auffälligen Merkmalen von KI-Büchern

Das Internet ist mittlerweile voll von Werbekampagnen für Bücher, die sehr wahrscheinlich mithilfe von KI geschrieben wurden. Es ist eine Entwicklung, die seit dem breiten Zugang zu KI-Tools wie ChatGPT zu beobachten ist.

Ich habe mittlerweile großes Interesse daran diese KI-Bücher zu entlarven und damit meine ich nicht einfallslose Buchcover, sondern eher die Inhalte und somit natürlich die Texte. Ein kleines Selbstexperiment hat mir kürzlich gezeigt, dass es wirklich nicht schwer ist eine Roman-Idee weiterzuentwickeln und daraus ein Buch zu formen, aber ich würde niemals auf die Idee kommen in meinem eigenen Roman auch nur ein Wort durch eine generative KI schreiben zu lassen.

Besonders auffällig finde ich die Bucherscheinungen von Menschen, die zuvor keine Berührung mit dem Schreiben hatten und die sich in Social-Media-Beiträgen sowohl sprachlich als auch textlich nicht als große Meister der Worte gezeigt haben.

Ich glaube seit Monaten stark daran, dass ich innerhalb einer Szene jemanden kenne, der genau diese Masche fährt, da er die Dreistigkeit besitzt, nicht nur sein Erstlingswerk in diesem Jahr zu veröffentlichen, sondern noch im gleichen Jahr direkt die Fortsetzung hinterherschiebt. Laut eigenen Aussagen habe er ein Jahr an dem ersten Buch gearbeitet und plötzlich kamen von ihm Aussagen, dass er innerhalb eines Jahres direkt zwei Bände geschrieben habe.

Wenn ich dann dem Autor Sven Regener im Podcast mit Micky Beisenherz lausche, der trotz wiederkehrendem Setting und bereits etablierten Figuren ebenfalls angibt an seinem neuen Roman ein ganzes Jahr gearbeitet zu haben, dann kann ich mir bei einem frisch gebackenen Autor nicht vorstellen, dass er gleich zwei Bände seiner Fantasy-Geschichten in der gleichen Zeit schreibt. Natürlich können Geschichte und Text völliger Kukolores sein, aber er hat es geschafft aus vielen Buch-Bloggern positive Rezensionen zu bekommen und auch Buchläden davon überzeugt sein Buch dort prominent auszustellen.

Diese nun folgende Liste mit Anhaltspunkten, die eventuell auf ein mit KI erstelltes Buch schließen lassen, habe ich gemeinsam mit ChatGPT erarbeitet, denn wer sollte einem diese Stichpunkte besser ausgeben als die generative KI selbst.

48 Anhaltspunkte, an denen du ein KI-Buch erkennen kannst

  1. Der Schreibstil ist auffällig gleichmäßig
    Satzlängen, Wortwahl und Rhythmus verändern sich über viele Seiten kaum. Menschliche Texte haben häufig stärkere Schwankungen.
  2. Fast jeder Absatz ist ähnlich aufgebaut
    Aussage, kurze Erläuterung, Beispiel, Zusammenfassung – und dann beginnt das Schema erneut.
  3. Ungewöhnlich viele „perfekte“ Übergänge
    Formulierungen wie „Doch damit nicht genug“, „Ein weiterer wichtiger Aspekt“, „Gleichzeitig darf nicht vergessen werden“ oder „Dabei zeigt sich“ tauchen ständig auf.
  4. Absätze enden auffällig oft mit einer kleinen Zusammenfassung
    Die letzten ein oder zwei Sätze wiederholen häufig lediglich das zuvor Gesagte in leicht anderen Worten.
  5. Das Buch erklärt Selbstverständlichkeiten
    Dinge, die sich aus der Handlung oder dem vorherigen Absatz bereits ergeben, werden noch einmal ausdrücklich erklärt.
  6. Emotionen werden beschrieben, statt gezeigt
    Figuren sind „zutiefst enttäuscht“, „von großer Freude erfüllt“ oder „spüren eine Mischung aus Angst und Hoffnung“, ohne dass die Handlung dieses Gefühl wirklich vermittelt.
  7. Figuren sprechen ungewöhnlich vollständig
    Dialoge wirken grammatikalisch sauber, ausgewogen und informationsreich. Unterbrechungen, Versprecher, Missverständnisse oder sprachliche Eigenheiten fehlen.
  8. Alle Figuren klingen ähnlich
    Alter, Herkunft, Beruf und Persönlichkeit ändern wenig daran, wie eine Figur spricht oder denkt.
  9. Charaktereigenschaften werden ständig erneut genannt
    Eine als impulsiv eingeführte Figur wird beispielsweise immer wieder ausdrücklich als impulsiv bezeichnet, statt dies einfach durch ihr Verhalten deutlich zu machen.
  10. Zu viele Adjektive sollen Atmosphäre erzeugen
    Der „geheimnisvolle, dunkle, bedrohliche Wald“ oder das „warme, gemütliche, einladende Wohnzimmer“ können auffällig häufig auftreten.
  11. Metaphern klingen schön, aber bei genauerem Nachdenken unpassend
    KI erzeugt erstaunlich schnell Sprachbilder. Manche davon ergeben semantisch jedoch kaum Sinn oder passen nicht zur beschriebenen Situation.
  12. Bestimmte Konstruktionen wiederholen sich
    Besonders auffällig können Gegensätze nach dem Muster „Es war nicht nur X, sondern Y“ oder „Es ging nicht darum, X zu tun, sondern Y“ werden.
  13. Der Text benutzt ungewöhnlich häufig Dreiergruppen
    Beispiele wären Formulierungen wie „Er war müde, erschöpft und ausgelaugt“ oder „Sie musste kämpfen, lernen und wachsen“. Solche rhetorischen Dreiergruppen sind nicht automatisch KI, können sich aber auffällig häufen.
  14. Die Handlung ist logisch, aber überraschungsarm
    Ereignisse folgen sauber aufeinander, wirken jedoch wie die statistisch wahrscheinlichste Fortsetzung einer Geschichte.
  15. Konflikte werden auffällig schnell aufgelöst
    Figuren sprechen Probleme aus, reflektieren sie und gelangen relativ geradlinig zu einer Lösung.
  16. Es gibt viele bedeutungsschwere Sätze ohne echten Inhalt
    Allgemeine Aussagen über das Leben, Freundschaft, Schicksal, Mut oder Veränderung sollen tiefgründig wirken, bleiben aber austauschbar.
  17. Erkenntnisse werden dem Leser zu deutlich erklärt
    Statt eine Szene wirken zu lassen, folgt anschließend sinngemäß eine Erklärung wie: „In diesem Moment verstand er, dass wahre Freundschaft wichtiger war als Erfolg.“
  18. Die Geschichte wiederholt bereits bekannte Informationen
    Eigenschaften von Personen, Beziehungen, Motivationen oder Ereignisse werden erneut erklärt, obwohl Leser sie längst kennen.
  19. Details werden vergessen oder verändern sich
    Augenfarben, Kleidung, Entfernungen, Tageszeiten, Namen von Nebenfiguren oder räumliche Verhältnisse können später plötzlich anders sein.
  20. Nebenfiguren verschwinden einfach aus der Geschichte
    Figuren werden eingeführt, erfüllen kurzfristig einen Zweck und spielen anschließend keinerlei Rolle mehr.
  21. Gegenstände tauchen genau dann auf, wenn sie gebraucht werden
    Ein benötigtes Werkzeug, Wissen oder eine bestimmte Fähigkeit wird kurzfristig eingeführt, ohne vorher vorbereitet worden zu sein.
  22. Die Welt wirkt detailliert, aber nicht wirklich durchdacht
    Bei Fantasy oder Science-Fiction beispielsweise existieren viele Namen, Orte, Regeln und Organisationen, die bei genauerer Betrachtung nicht logisch zusammenpassen.
  23. Konkrete Details fehlen
    KI kann viel beschreiben und trotzdem erstaunlich unkonkret bleiben. Orte, Tätigkeiten oder Erfahrungen wirken dann eher wie Vorstellungen davon, wie etwas sein müsste.
  24. Fachwissen klingt zunächst überzeugend, enthält aber Fehler
    Besonders verdächtig sind sehr selbstbewusst formulierte Aussagen über Geschichte, Medizin, Technik, Recht oder reale Personen, die sich bei einer Recherche als falsch herausstellen.
  25. Historische Ereignisse werden vermischt
    Personen, Technologien, gesellschaftliche Gepflogenheiten oder Gegenstände tauchen in einer Epoche auf, in die sie nicht gehören.
  26. Erfundene Quellen oder Literaturangaben
    Vor allem bei Sachbüchern können Studien, Autoren, Bücher, Institutionen oder Zitate genannt werden, die überhaupt nicht existieren.
  27. Quellen existieren, sagen aber etwas anderes
    Besonders tückisch ist es, wenn eine reale Studie genannt wird, ihr aber eine Aussage zugeschrieben wird, die darin gar nicht vorkommt.
  28. Zitate lassen sich nirgendwo finden
    Angebliche Aussagen prominenter Personen können vollständig erfunden oder aus verschiedenen echten Aussagen zusammengesetzt sein.
  29. Wiederkehrende ungewöhnliche Wörter
    Einzelne Begriffe oder Formulierungen erscheinen überproportional häufig, obwohl sie stilistisch gar nicht notwendig wären.
  30. Der Wortschatz ist groß, aber die persönliche Stimme fehlt
    Der Text kann technisch hervorragend sein und trotzdem das Gefühl erzeugen, dass niemand Bestimmtes ihn geschrieben hat.
  31. Kaum echte sprachliche Macken
    Autoren haben normalerweise Vorlieben, Eigenheiten und manchmal sogar kleine sprachliche Schwächen. Vollständig glattgebügelte Texte können deshalb verdächtig wirken.
  32. Die Kapitel besitzen eine auffällig ähnliche Länge
    Das ist allein noch nicht verdächtig, kann aber in Kombination mit einem immer gleichen inneren Aufbau ein interessantes Indiz sein.
  33. Kapitel beginnen ständig mit einer Orientierungshilfe
    Wiederholungen der vorherigen Handlung oder ein erklärender Einstieg können darauf hindeuten, dass Abschnitte einzeln per Prompt erzeugt wurden.
  34. Kapitel wirken untereinander wie einzelne Textinseln
    Jedes Kapitel funktioniert für sich, aber Figurenentwicklung, Motive und kleinere Details werden über das gesamte Buch hinweg kaum weitergeführt.
  35. Foreshadowing fehlt oder wirkt nachträglich eingesetzt
    Große Wendungen werden nicht subtil vorbereitet, sondern erscheinen plötzlich. Alternativ werden Hinweise kurz zuvor sehr offensichtlich platziert.
  36. Das Buch besitzt auffällig wenige echte Nebensächlichkeiten
    Menschen schreiben manchmal Szenen, Gespräche und Beobachtungen, die hauptsächlich Atmosphäre oder Persönlichkeit erzeugen. KI-Texte können deutlich zweckorientierter wirken.
  37. Humor funktioniert nur theoretisch
    Figuren machen Witze oder necken sich, aber die Pointen wirken konstruiert, vorhersehbar oder werden anschließend noch erklärt.
  38. Erotik, Gewalt und emotionale Szenen wirken schematisch
    Obwohl viel beschrieben wird, fehlt häufig eine individuelle Wahrnehmung der jeweiligen Figur.
  39. Das Erzähltempo verändert sich ohne nachvollziehbaren Grund
    Unwichtige Situationen erhalten mehrere Seiten, während bedeutende Ereignisse überraschend schnell abgehandelt werden.
  40. Verdächtig viele Allgemeinplätze
    Aussagen wie „Die Zeit würde zeigen, was die Zukunft brachte“ oder „Manchmal führt das Leben uns auf unerwartete Wege“ können sich auffällig häufen.
  41. Produktbeschreibung und Buchtext klingen völlig unterschiedlich
    Eine sehr persönliche Autorenbeschreibung trifft beispielsweise auf einen extrem neutralen und generischen Romanstil.
  42. Mehrere Bücher erscheinen in extrem kurzer Zeit
    Wer innerhalb weniger Monate zehn umfangreiche Romane veröffentlicht, muss nicht zwangsläufig KI einsetzen. Es ist aber ein sinnvoller Anlass, genauer hinzusehen.
  43. Der Autor veröffentlicht gleichzeitig in völlig unterschiedlichen Genres
    Heute 400 Seiten Fantasy, nächste Woche ein historischer Roman, danach Ratgeber, Thriller und Kinderbuch: Insbesondere bei unbekannten Autoren kann das auffallen.
  44. Cover, Beschreibung und Inhalt wirken wie verschiedene Produkte
    KI-Publishing-Projekte werden teilweise aus mehreren automatisierten Arbeitsschritten zusammengesetzt. Dadurch können Widersprüche zwischen Klappentext, Cover und tatsächlichem Inhalt entstehen.
  45. Rezensionen erwähnen dieselben Probleme
    Hinweise auf Wiederholungen, Logikfehler, flache Figuren, falsche Fakten oder merkwürdige Formulierungen können das eigene Gefühl bestätigen.
  46. Eine Textprobe wirkt stärker verdächtig als einzelne Sätze
    An einem einzelnen Absatz lässt sich kaum seriös etwas erkennen. Interessanter werden wiederkehrende Muster über mehrere Kapitel hinweg.
  47. KI-Detektoren liefern allenfalls ein zusätzliches Indiz
    Ein Ergebnis wie „90 % AI generated“ ist kein Beweis. Solche Systeme können menschliche Texte falsch klassifizieren oder überarbeitete KI-Texte übersehen.
  48. Der beste Test bleibt die Kombination verschiedener Auffälligkeiten
    Ein perfekt formulierter Text ist kein KI-Text. Wiederholungen sind kein Beweis und auch ein Logikfehler reicht nicht aus. Interessant wird es erst, wenn sich zahlreiche sprachliche, erzählerische und sachliche Auffälligkeiten durch das gesamte Buch ziehen.

Ein großer Autor leidet bei dieser Liste

Kürzlich las ich das Buch „Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber und schrieb hier über das Buch. Ich selbst schreibe seit ich das Schreiben erlernt habe und wenn ich mir dann diese Liste anschaue, also wie Literatur von der KI verschandelt wird, dann macht mich das traurig, denn diese Bücher werden gekauft, gelesen und auch gefeiert.

Nun kann gesagt werden, dass wenn ein Leser sich unterhalten oder informiert fühlt von einem KI-Buch, dann spricht im Grunde nichts gegen den Einsatz einer KI bei der Erstellung eines Buchs, aber gleichzeitig verkommt in meinen Augen so die literarische Qualität, denn diesen Büchern fehlt das Besondere. Selbst in den auf den ersten Blick oberflächigen Romanen über James Bond, Jack Reacher oder „Tagebuch der Apokalypse“* sind es die besonderen Sprachbilder, die Zerrissenheit der Charaktere, Erklärungen gesellschaftsrelevanter Ereignisse oder der eine perfekt formulierte Gedanke, die solche Romane eben zu diesen Bestsellern gemacht haben.

Belletristik vor KI schützen – aber ist das gewollt?

Wenn ich mir die Topseller-Listen bei Amazon in den Buch-Kategorien anschaue, dann weiß ich nicht ob der durchschnittliche Leser überhaupt ein von einem Mensch geschriebenes Buch lesen will. So offensichtliche Gag-Bücher, Witze-Bücher, Ausmalbücher und weitere Bücher aus diesen Sparten sind so offensichtlich komplett mit KI erstellt worden, aber haben Dutzende bis Hunderte von positiven Bewertungen.

Ich hoffe doch sehr, dass menschliche Autoren weiterhin tolle Charaktere und Geschichten erfinden werden in Zukunft, die ebenfalls eine Leserschaft erhalten werden. Einerseits empfinde ich es als bemerkenswert, wenn Leser neuen Autoren eine Chance geben, da ich meinen ersten Roman auch noch nicht veröffentlicht habe, aber wenn immer mehr KI-Bücher diese Leserschaft enttäuschen, weil sie eben viele der oben beschriebenen Anhaltspunkte enthalten, dann wird es immer schwerer ohne Social-Media-Reichweite und entsprechende Bekanntheit seine Romane an die Verlage und Menschen zu bringen.

Ein Punkt fehlt in der Liste: Self-Publishing

Das Self-Publishing ist an sich eine großartige Möglichkeit auf sich als Autor aufmerksam zu machen. Digitale Leseproben, kostengünstige Kapitel oder ganze Bücher können ohne viel Marketingbudget direkt auf allen großen Plattformen veröffentlicht werden.

Doch gleichzeitig überspringt ein Self-Publisher natürlich die Hürde sich vor einem Verlag beweisen zu müssen, der dann die Maschinerie des Buchmarktes für einen Autoren anschmeißt. Dazu gehören auch Lektorate und Kontrollen, die im besten Fall und unter dem Risiko den guten Namen des Verlags zu beschädigen, dass eben Romane mit niedriger Qualität auf den Markt kommen, weil die Bewertung von Kunst nach Qualitätsrichtlinien eine Sache für sich ist.

Meine Buchautoren-Empfehlungen

Ich selbst kaufe meine Bücher immer auf Empfehlung von Menschen, denen ich vertraue oder von denen ich weiß, dass sie einen ähnlichen Geschmack zu haben. Ich bin damit glücklicherweise noch nie so wirklich auf die Nase gefallen.

Darum hier eine Liste mit Autoren, die ich gerne und regelmäßig lese:

Vielleicht findest du dein nächstes Buch in dieser Liste. Ich werde mir den Spaß an neuen Büchern nicht nehmen lassen, auch wenn mich die KI-Werbung von KI-Autoren für KI-Bücher sehr nervt.

An alle Autoren: Schreibt!

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