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Jamal Musiala – Das bedeutet sein Statement

Was steckt hinter temporär auftretende Absencen?

Die Erstellung des Beitrags wurde durch KI unterstützt

Jamal Musiala ist ein spektakulärer Fußballer und aktiv beim FC Bayern München, aber gilt in Deutschland weiterhin auch als Juwel für die Nationalmannschaft. Nun aber versetzte er Fußball-Deutschland einen großen Schock mit einem Statement auf Instagram. Wir verzichten hier weitgehend auf Spekulationen und konzentrieren uns auf die Begriffserklärung und ordnen diese entsprechend ein.

Jamal Musiala spricht über Absencen: Was hinter den kurzen neurologischen Aussetzern steckt

Die Bilder sorgten bei vielen Fußballfans für einen Schreckmoment: Innerhalb weniger Tage sackte Jamal Musiala sowohl im Spiel gegen RB Leipzig als auch beim Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim auf dem Platz zusammen. Nachdem zunächst viele Fragen offenblieben, meldete sich der Spieler des FC Bayern München selbst zu Wort.

„Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut!“, beginnt Jamal Musiala sein Statement. Bei ihm seien „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ festgestellt worden, die auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen seien. Gleichzeitig betont der Nationalspieler, dass nach Einschätzung seiner behandelnden Ärzte kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko bestehe und er die medizinische Freigabe erhalten habe, weiterhin Fußball zu spielen.

  • Doch was sind solche Absencen überhaupt?
  • Was passiert während dieser wenigen Sekunden im Gehirn und handelt es sich dabei automatisch um Epilepsie?

Was bedeutet der medizinische Begriff „Absence“?

Der Begriff „Absence“ stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt zunächst schlicht „Abwesenheit“. In der Neurologie bezeichnet eine typische Absence einen sehr kurzen Anfall, bei dem das Bewusstsein beziehungsweise die Wahrnehmung plötzlich beeinträchtigt ist.

Eine betroffene Person kann mitten in einer Tätigkeit unvermittelt innehalten, ins Leere schauen und für einige Sekunden nicht oder nur eingeschränkt reagieren. Danach endet der Zustand meist genauso abrupt, wie er begonnen hat. Häufig wird die vorherige Tätigkeit unmittelbar fortgesetzt.

Die International League Against Epilepsy (ILAE) beschreibt typische Absencen als generalisierte epileptische Anfälle mit plötzlich einsetzender Unterbrechung der aktuellen Tätigkeit und eingeschränktem Bewusstsein. Im Mittel dauern solche Anfälle nur wenige Sekunden.

Für Außenstehende kann eine Absence deshalb wie ein kurzer kompletter „Aussetzer“ wirken.

Was passiert während einer Absence im Gehirn?

Bei einem epileptischen Anfall kommt es vorübergehend zu einer ungewöhnlichen elektrischen Aktivität von Nervenzellen im Gehirn. Abhängig davon, welche Bereiche beteiligt sind und wie sich diese Aktivität ausbreitet, können epileptische Anfälle sehr unterschiedlich aussehen.

Das bekannte Bild eines Menschen, der zu Boden fällt und am ganzen Körper krampft, ist deshalb nur eine mögliche Form eines epileptischen Anfalls.

Andere Anfälle sind wesentlich unauffälliger. Es kann beispielsweise lediglich zu einer kurzen Bewusstseinsstörung, einem starren Blick oder einer Unterbrechung einer gerade ausgeführten Handlung kommen.

Genau deshalb können Absencen teilweise lange unentdeckt bleiben oder zunächst mit Unaufmerksamkeit beziehungsweise Tagträumen verwechselt werden.

Bedeutet Jamal Musialas Aussage automatisch, dass er Epilepsie hat?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Der medizinische Begriff „Absence“ wird für eine bestimmte Form epileptischer Anfälle verwendet. Jamal Musiala selbst hat in seinem Statement jedoch nicht öffentlich erklärt, dass bei ihm eine Epilepsie diagnostiziert wurde. Er spricht bewusst von „Absencen“ und einer „neurologischen Dysfunktion“.

Aus diesen Angaben allein lässt sich deshalb nicht seriös ableiten, welche genaue neurologische Diagnose bei ihm gestellt wurde.

Auch medizinisch sind die Begriffe „epileptischer Anfall“ und „Epilepsie“ nicht vollkommen gleichzusetzen. Nach der Definition der International League Against Epilepsy wird eine Epilepsie beispielsweise bei mindestens zwei nicht provozierten Anfällen im Abstand von mehr als 24 Stunden diagnostiziert, kann unter bestimmten Voraussetzungen aber auch bereits nach einem einzelnen Anfall oder durch die Diagnose eines bestimmten Epilepsiesyndroms festgestellt werden.

Welche Diagnose bei Musiala tatsächlich vorliegt, welche Untersuchungen vorgenommen wurden und welche Behandlung er erhält, ist nicht öffentlich bekannt.

Warum sehen die Szenen bei Musiala so dramatisch aus?

Die Szenen aus den Spielen gegen Leipzig und Heidenheim wirken besonders beunruhigend, weil Jamal Musiala dabei auf dem Fußballplatz zusammensackte.

Fußball-Fans kennen mittlerweile leider viele solcher Bilder. Dabei spielt es für die ersten Schrecksekunden keine Rolle ob die Gründe verschieden sind. Bei mir zum Beispiel kommen dann immer die Bilder von Christian Eriksen in den Kopf, weil ich das damalige Spiel vor dem Fernseher live verfolgt habe und gebangt vor dem Fernseher saß und auf ein glückliches Ende hoffte, welches damals glücklicherweise eintraf.

Bei einer klassischen typischen Absence steht allerdings vor allem die kurze Bewusstseinsunterbrechung im Mittelpunkt. Betroffene unterbrechen plötzlich ihre Tätigkeit und wirken für einige Sekunden abwesend. Begleitend können beispielsweise Augenbewegungen, Blinzeln oder kleinere automatische Bewegungen auftreten.

Ein plötzliches Zusammensacken oder ein Sturz ist dagegen nicht das entscheidende Merkmal einer typischen Absence.

Das bedeutet nicht, dass Jamal Musialas Erklärung und die auf dem Platz beobachteten Szenen einander widersprechen. Unterschiedliche Anfallsformen können unterschiedliche Begleiterscheinungen besitzen und aus Fernsehbildern lässt sich keine neurologische Diagnose stellen.

Gerade deshalb wäre es unseriös, anhand der wenigen öffentlich bekannten Informationen einen bestimmten Untertyp einer Erkrankung bei Jamal Musiala bestimmen zu wollen.

Wie stellen Neurologen solche Aussetzer fest?

Bei der neurologischen Diagnostik spielt zunächst die genaue Beschreibung eines Vorfalls eine wichtige Rolle. Da Betroffene selbst während einer kurzen Bewusstseinsstörung möglicherweise nicht vollständig wahrnehmen, was passiert, können Beobachtungen von Angehörigen oder anderen Personen sowie Videoaufnahmen hilfreich sein.

Ein wichtiges Untersuchungsverfahren ist das Elektroenzephalogramm, kurz EEG. Dabei wird die elektrische Aktivität des Gehirns aufgezeichnet. Bestimmte charakteristische Muster können Hinweise auf epileptische Anfälle beziehungsweise bestimmte Epilepsieformen liefern.

Je nach Situation können weitere Untersuchungen folgen. Dazu gehört beispielsweise eine Magnetresonanztomographie des Gehirns. Ein EEG allein reicht nicht in jedem Fall aus, um eine Epilepsie sicher festzustellen. Entscheidend ist vielmehr die Gesamtschau der Beschwerden, der Vorgeschichte und der Untersuchungsergebnisse.

Welche Untersuchungen bei Jamal Musiala durchgeführt wurden, hat der Spieler nicht öffentlich gemacht.

Sind Absencen gut behandelbar?

Jamal Musiala selbst bezeichnet seine Absencen ausdrücklich als „gut behandelbar“.

Grundsätzlich können epileptische Anfälle bei vielen Patienten mit Medikamenten kontrolliert oder vollständig unterdrückt werden. Welche Behandlung geeignet ist, hängt jedoch entscheidend von der genauen Anfallsform und der zugrunde liegenden Diagnose ab.

Deshalb gibt es nicht „das eine Medikament gegen Absencen“, das unabhängig von der individuellen Situation eingesetzt werden kann.

Auch Verlauf und Therapiedauer unterscheiden sich von Patient zu Patient. Bei einer diagnostizierten Epilepsie können Medikamente über mehrere Jahre notwendig sein. Veränderungen an der Medikation oder ein Absetzen sollten ausschließlich in Abstimmung mit den behandelnden Fachärzten erfolgen.

Für Jamal Musiala lässt sich aus seinem Statement lediglich entnehmen, dass er neurologisch behandelt wird und nach eigener Aussage mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden ist.

Kann man mit solchen neurologischen Anfällen Leistungssport betreiben?

Eine neurologische Anfallserkrankung bedeutet nicht automatisch, dass Sport grundsätzlich verboten ist.

Die International League Against Epilepsy unterscheidet Sportarten danach, welches zusätzliche Risiko entstehen würde, wenn während der Ausübung ein Anfall auftritt. Bei der individuellen Beurteilung spielen unter anderem die Art der Anfälle, deren Häufigkeit, mögliche Auslöser sowie die jeweilige Sportart eine Rolle.

Sport und körperliche Aktivität können für Menschen mit Epilepsie grundsätzlich zahlreiche körperliche und psychische Vorteile besitzen. Statt eines pauschalen Sportverbots empfehlen Fachleute daher eine individuelle Risikobeurteilung.

Bei einem Profisportler ist diese Entscheidung besonders komplex. Belastungsintensität, Verletzungsrisiko, medizinische Überwachung und die Wahrscheinlichkeit weiterer Anfälle müssen individuell beurteilt werden.

Genau auf diesen Punkt geht Jamal Musiala in seinem Statement ein. Nach eigenen Angaben steht er in engem Austausch mit neurologischen Fachärzten und hat von diesen die Freigabe erhalten, weiter Fußball zu spielen. Es sei sein persönlicher Wunsch gewesen, seinen Alltag möglichst normal fortzuführen und seiner „Passion Fußball“ weiter nachzugehen.

Seine weitere Teilnahme am Profifußball ist damit keine allgemeine Empfehlung für Menschen mit vergleichbaren Beschwerden, sondern eine individuelle medizinische Entscheidung.

Was sollten Angehörige bei einer Absence tun?

Eine typische kurze Absence endet normalerweise von selbst. Für Außenstehende ist vor allem wichtig, ruhig zu bleiben und darauf zu achten, dass die betroffene Person während des kurzen Aussetzers nicht in eine gefährliche Situation gerät.

Nach Ende der Absence können Informationen wiederholt werden, die die betroffene Person während dieser Sekunden möglicherweise nicht wahrgenommen hat.

Anders sieht die Situation bei länger dauernden oder ungewöhnlichen Anfällen aus. Bei einem epileptischen Anfall, der länger als fünf Minuten dauert, oder mehreren unmittelbar aufeinanderfolgenden Anfällen ohne ausreichende Erholung sollte medizinische Hilfe gerufen werden.

Wer bei sich selbst oder bei Angehörigen erstmals wiederholt kurze Bewusstseinsaussetzer, ungewöhnliche Erinnerungslücken oder plötzlich auftretende Phasen fehlender Reaktion beobachtet, sollte diese neurologisch abklären lassen.

Jamal Musialas Offenheit kann für mehr Verständnis sorgen

Was genau hinter Jamal Musialas neurologischer Dysfunktion steckt, bleibt seine Privatsache. Sein Statement liefert bewusst nur so viele medizinische Informationen, wie der Spieler öffentlich machen möchte.

Trotzdem kann seine Erklärung dazu beitragen, ein häufiges Missverständnis aus der Welt zu schaffen: Neurologische Anfälle müssen nicht zwangsläufig mit heftigen Krämpfen verbunden sein.

Manchmal dauert ein solcher Aussetzer nur wenige Sekunden. Die betroffene Person wirkt kurz abwesend und ist anschließend wieder vollständig ansprechbar. Gerade diese unscheinbaren Anfallsformen können für Außenstehende schwer einzuordnen sein.

Bei Jamal Musiala kommt hinzu, dass die Ereignisse auf einem Fußballplatz vor laufenden Kameras stattfanden und entsprechend dramatisch wirkten. Der entscheidende Punkt seines Statements ist deshalb weniger eine konkrete Diagnose als die Information, dass die Ursache ärztlich abgeklärt wurde, er sich in neurologischer Behandlung befindet und seine Fachärzte ihm die Fortsetzung seiner sportlichen Tätigkeit erlaubt haben.

Gleichzeitig bittet Jamal Musiala darum, die weiteren medizinischen Details im Kreis seiner Familie, seines Vereins und seiner behandelnden Ärzte belassen zu dürfen. Diese Grenze sollte auch bei der medizinischen Einordnung respektiert werden.

Ich wünsche ihm selbstverständlich alles Gute und hoffe sehr, dass er diese Herausforderung meistert, um weiter das ausüben zu dürfen, was er liebt und was die Massen seit Jahren begeistert.

Jedenfalls haben wir nun ein neues Krankheitsbild im deutschen Profi-Fußball, über die wir seit Jahren immer wieder berichten und versuchen eine Aufklärung zu betreiben, weil es gut ist damit an die Öffentlichkeit zu gehen um ein breites Bewusstsein bei Fans und Menschen aufzubauen,

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und kann eine persönliche ärztliche Untersuchung und Beratung nicht ersetzen. Kurze Bewusstseinsaussetzer können unterschiedliche Ursachen haben und sollten insbesondere bei erstmaligem oder wiederholtem Auftreten ärztlich beziehungsweise neurologisch abgeklärt werden.

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