Es ist Sommer. Die Urlaubszeit hat begonnen. Zeit für das neue Buch von Christian Huber mit dem Titel „Solange ein Streichholz brennt“. Ein Roman. Eine Liebesgeschichte. Ein neuer Meilenstein für Christian Huber, dessen Schreibkunst das nächste Level erreicht hat. Meine Auszeichnung soll dabei nicht bedeuten, dass die vorherigen Romane nicht sauber geschrieben und erdacht wurden, sondern nur dass ich glaube eine Entwicklung festgestellt zu haben, die allerdings über das Schreiben hinausgeht.
Meine Begeisterung für den vorherigen Roman „Man vergisst nicht wie man schwimmt“ kann hier nachgelesen werden.
Meine Sicht auf den Autor
Wieso meine Sicht? Weil ich Christian Huber nicht groß biografisch vorstellen möchte, denn das kann jeder woanders finden. Wichtig für meine Sicht auf Christian Huber ist sein Podcast „Gefühlte Fakten“, den er seit vielen Jahren mit Tarkan Bagci macht.
Wichtig ist nur zu wissen, dass der Podcast-Huber nicht gleich der Autor-Huber ist, wenn auch natürlich die kleinen Easter-Eggs in dem Roman direkt auffallen, wenn der Anwalt den Namen „Obermeier“ trägt oder die Date-Geschichte mit dem bestellten heißen Tee eine Rolle spielt. Diese Zusammenführung von Podcast-Geschichten und Roman-Bausteinen liebe ich.
Ein weiterer Punkt ist, dass Christian Huber seit geraumer Zeit auch Vater ist. Ich würde wetten, dass der Autor vor der Geburt seines Sohnes niemals Mitleid mit Eltern während der Kölner Karnevalszeit gehabt hätte, die nach einer durchfeierten Nacht ihre Kinder in die KiTa bringen müssen.
Vielleicht mag ich den Autoren auch einfach zu gerne und interpretiere zu viel hinein, aber ich glaube eigentlich nicht.
Worum geht es in „Solange ein Streichholz brennt“ denn nun?
Das sage ich dir nicht, denn du sollst das Buch direkt und vertrauensvoll kaufen und das am besten über diesen Affiliate-Link zu Amazon*. Ich mache nur Spaß.
In dem Buch geht es um Alina und Bohm. Alina ist Reporterin bei dem Kölner Fernsehsender RTI und komisch, dass die Rechtschreibkorrektur unbedingt RTL aus RTI machen möchte. Alina kommt in der Karriere nicht weiter und bekommt aber die Möglichkeit für eine großangelegte TV-Show die Reportagen zu drehen. Sie bringt das Thema „Obdachlosigkeit“ auf den Tisch, alle sind begeistert und so lernt sie den obdachlosen Bohm kennen. Für die Reportage begleitet sie ihn und alles was dann genau passiert erfährst du beim Lesen, aber einige Punkte gebe ich dir noch.
Medienwelt vs. Obdachlosigkeit
Die Darstellung der Medienwelt in einem Roman ist nichts Neues und die hier vorgestellten Klischee-Figuren überraschen nicht, aber müssen es auch nicht. Medienfrau und Hauptfigur Alina ist allerdings interessant und sowohl ihr äußeres als auch inneres Leben sind ab der ersten Seite spannend.
Das viel größere Thema ist das der Obdachlosigkeit in Deutschland. Hier erlebt Bohm mit und ohne Alina besondere Herausforderungen, wenn es darum geht wie er auf der Straße überleben kann, aber auch wie andere Menschen auf ihn als Obdachlosen reagieren.
Es geht natürlich viel um die Thematik, wie ein Mensch in diese Lage kommen kann, aber es geht auch um den Umgang mit einem obdachlosen Menschen, dessen Geschichte wir nie erfahren können, wenn wir ihm nicht zuhören anstatt ihn direkt zu bewerten.
Dieser Tauchgang in die Welt der Obdachlosigkeit hat mich fasziniert und zum Nachdenken gebracht. Es ist so viel Tiefe in den Situationen, in den Figuren und in der Geschichte und genau damit hat Christian Huber dieses oben besagte neue Level erreicht.
Warum feiere ich das Buch so ab?
Gott wie gerne würde ich mit Christian Huber mal ein Bier trinken gehen. Vielleicht habe ich in meiner siebenjährigen Zeit in Köln gelegentlich meine Freunde genau in die Bar geschleppt, in der er laut Podcast-Geschichten oft einen trinken ging.
Was ich damit sagen will? Ich habe alle Folgen von „Gefühlte Fakten“ gehört, habe schon häufiger mit ihm Kontakt auf Instagram gehabt und glaube durch mein Bild vom Autoren-Huber den Roman vielleicht anders zu lesen als Lesende ohne dieses Vorwissen.
Doch ich bin mir sicher, dass es all das nicht benötigt, um diesen Roman für herausragend zu halten. Die Figurenentwicklung, die Callbacks, die Geheimnisse und Wendungen sind alle so fantastisch aufgebaut und geschrieben.
Ich habe nur zwei inhaltliche Dinge zu kritisieren, weil diese hätten vielleicht noch unauffälliger geschrieben werden können, aber für den nächsten Roman muss auch ein weiteres Level zu erreichen sein:
Kritikpunkte enthalten Spoiler
Es sind zwei harmlose Punkte, die mir beim Lesen aufgefallen sind, aber keineswegs einen negativen Punkt in der Bewertung mit sich ziehen.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, wenn Interesse für mindestens ein Thema vorhanden ist:
- Christian Huber
- Obdachlosigkeit
- Medienwelt
- Liebesgeschichten
Deine Meinung dazu gerne in die Kommentare schreiben.
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