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Die CO₂-Emissionen und andere Treibhausgase heute und morgen

Im Jahr 2022 sind die globalen CO₂-Emissionen um 0,9 Prozent, oder in Tonnen ausgedrückt, um 321 Millionen Tonnen gestiegen und erreichten damit den Höchstwert von 36,8 Milliarden Tonnen

(Quelle: Internationale Energieagentur (IEA)

Warum ist das so?

Nach der Pandemie hat der Flugverkehr in den USA sehr stark zugenommen und ist für ein Wachstum von 1,5% in den Vereinigten Staaten von Amerika verantwortlich. Indien verbrennt immer mehr Kohle und verursacht für das Land ein Mehr an Ausstoß von 6 Prozent. In der EU sanken die CO2 Emissionen um 0,8 Prozent und in China um 0,9 Prozent. Für das Minus in Europa machen die Wissenschaftler des Global Carbon Projektes die hohen Gaspreise, niedrigere Raumwärme, kürzeres Duschen und den Rückgang der Industrieproduktion dafür verantwortlich.

Die Kosten der Klimawandelfolgen

Eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Auftrag gegebene Studie vom März 2023 kommt zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2050 zwischen 280 und 900 Milliarden Euro gebraucht werden, um die Klimawandelfolgen in Deutschland einzudämmen.

Die Emissionen werden steigen

Laut einer Studie der EIA (Environmental Investigation Agency) wird der globale energiebedingte Kohlendioxid-Ausstoß im Jahr 2050 bei rund 42,8 Milliarden Tonnen liegen. Gegenüber dem Jahr 2020 würden sich die Emissionen somit um rund 20 Prozent erhöhen.

Was heißt Klimaneutralität?

Die Klimaneutralität bedeutet ein Gleichgewicht zwischen Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Kohlenstoffsenken herzustellen. Als Kohlenstoffsenke werden Systeme bezeichnet, die mehr Kohlenstoff aufnehmen, als sie abgeben. Zu den Kohlenstoffsenken zählen Böden, Wälder und die Ozeane.

Schätzungen zur Folge entfernen diese natürlichen Senken zwischen 9,5 und 11 Gigatonnen CO₂ pro Jahr. Bis zum heutigen Tag gibt es keine künstlichen Kohlenstoffsenken, die im wesentlichen Maß Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen könnten. Auch das Abholzen von Wäldern, Großbrände und zusätzliche Bebauung tragen dazu bei, dass der gespeicherte Kohlenstoff wieder seinen Weg in die Atmosphäre findet. Mit dem Europäischen Klimagesetz verpflichtet sich die EU bis 2050 klimaneutral zu werden.

Wie verteilt sich der weltweite CO2 – Ausstoß?

  1. Platz China 30,9 %
  2. Platz USA 13,49 %
  3. Platz Indien 7,3 %
  4. Platz Russland 4,73 %
  5. Platz Japan 2,88 %
  6. Platz Iran 2,02 %
  7. Platz Deutschland 1,82 %
  8. Platz Saudi-Arabien 1,81 %
  9. Platz Indonesien 1,67 %
  10. Platz Südkorea 1,66 %
  11. Platz Kanada 1,47 %

(Quelle: Statista 2021)

Die Tabelle wäre allerdings sehr unvollständig, wenn man sich nur an den Prozentzahlen orientieren würde. Denn wenn man die Kohlendioxidemissionen je Einwohner in Tonnen daneben stellt, ergibt sich ein anderes Bild. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte im Jahr 2022 für 2021 diese Tabelle:

Tonnen CO₂ je Einwohner im Jahr 2021

  • EU-27                                                6,3
  • Südafrika                                        7,3
  • Deutschland                                     8,1
  • Japan                                                 8,6
  • China                                                  8,7
  • Korea, Republik                               12,1
  • Russische Föderation                     13,5
  • USA                                                    14,2
  • Australien                                         14,3
  • Kanada                                             14,9
  • Saudi-Arabien                                 16,6

Der Spitzenreiter beim CO₂ Ausstoß

Trotz eines Anteils von 30 % CO₂ Ausstoß ist China weltweit führend bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien und Elektrofahrzeugen. Ein Drittel des weltweit erzeugten Solarstromes produziert China. Das Land ist auch Weltmeister in der Erzeugung von Strom durch Wasser und Wind. In China werden jährlich mehr als drei Millionen E-Fahrzeuge gekauft. Millionen von Motorrädern und Mopeds sind bereits elektrisch unterwegs. 39 Prozent der weltweit installierten Windräder erzeugen Strom in China.

Gleichzeitig ist China Weltmarktführer bei der Herstellung von Windkraftanlagen und Photovoltaik-Modulen. Der Anteil erneuerbarer Energien beträgt zurzeit mehr als 30 Prozent, davon kommen 18 Prozent von der Wasserkraft, 7 Prozent aus Wind und 5 Prozent aus der Solarenergie. Bis 2030 will die chinesische Regierung PV- und Windanlagen mit einer Leistung von 1200 Gigawatt errichten.

Um nur eine Vorstellung zu haben, welche Dimensionen dort geplant sind, einige Vergleiche:

  • 1GW produziert ein normales Kernkraftwerk
  • 2,1 GW produziert das Wasserkraftwerk des Assuan-Staudammes
  • 8 GW produzierten im Jahr 2020 alle deutschen Kernkraftwerke

China plant Klimaneutralität bis 2060

Während der französische Ministerpräsident im EU-Parlament dafür wirbt, dass französische Kernkraftwerke als -Grün- anerkannt werden, geht Deutschland einen ganz anderen Weg. Kein Atom-Strom mehr, Ausstieg aus der Kohle und weg von der Gasverstromung. China dagegen baut nicht nur die umweltfreundlichen Photovoltaikanlagen und Windkrafträder, sondern gleichzeitig auch Kohlekraftwerke. Diese sorgen für die notwendige Grundlast, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Auf dem letzten Parteitag der Kommunistischen Partei hat der Staatschef Xi Jinping sehr deutlich darauf hingewiesen, dass die Volksrepublik weiterhin auf fossile Brennstoffe setzt, solange die sauberen Quellen nicht genügend Energiesicherheit bieten würden. Aus diesen Gründen wird China auch zukünftig neue Kohle-, Öl- und Gasvorkommen erschließen. Während in Deutschland mehr und mehr darüber diskutiert wird, wann das Stromnetz hierzulande seinen Blackout erlebt, und das bei einem Strompreis von 40 Cent kWh, kostet dagegen eine Kilowattstunde in China gerade mal 7 Cent.

Während europäische Energiekonzerne aufgrund grün geprägter Taxonomie-Regeln nicht mehr in die Exploration und Förderung neuer Öl-, Gas- und Kohlevorkommen investieren dürfen, wird China so zum mächtigsten Land der Energievorräte. Für uns unvorstellbare große Windkraftanlagen werden in den nächsten Jahren in Teilen der Wüste Gobi errichtet. Der mit 30 Prozent des weltweiten CO₂ Ausstoßes größte Emittent fährt zweigleisig aus Sorge, um die eigene Energiesicherheit und mit dem Ziel ein jährliches Wirtschaftswachstum von mindestens 5 Prozent zu erreichen.

CO₂ ist nicht allein für die Klimaveränderung verantwortlich

Im Kyoto-Protokoll werden auch andere Treibhausgase erwähnt. Neben dem Kohlendioxid (CO₂) auch Methan (CH4), Lachgas (N2O) und die fluorierten Treibhausgase (F-Gase). Das sind wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstoffartfluorid (NF3).

  • Methan

Methan ist ein geruchloses, farbloses und hochentzündliches Gas. Methan hat eine durchschnittliche Lebensdauer in der Atmosphäre von 12,4 Jahren. Methan ist 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid. Methan entsteht dort, wo organisches Material unter Luftausschluss abgebaut wird. Es fällt in der Land- und Forstwirtschaft an, in Klärwerken und Mülldeponien. Eine einzelne Kuh kann an einem Tag mehr als 300 Liter Methan ausstoßen.

  • Lachgas

Lachgas ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas und überlebt in der Atmosphäre circa 120 Jahre. Es gelangt über stickstoffhaltigen Dünger und der Massentierhaltung in die Atmosphäre. Lachgas entsteht dann, wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen im Boden abbauen. Das Gas kommt aber in der Atmosphäre nur in Spuren vor, ist hingegen 298-mal so wirksam wie CO₂.

  • F-Gase

Viele fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen, die F-Gase, sind im Vergleich zu Methan und Lachgas extrem für den Treibhauseffekt verantwortlich und haben eine lange Verweildauer in der Atmosphäre. F-Gase kommen in der Natur nicht vor, sondern werden produziert. Sie werden eingesetzt als Treibgas, Lösch- oder Kühlmittel und sind sogar Bestandteil von Schallschutzscheiben. Eine sachgerechte Entsorgung und im besten Fall eine Wiederverwendung können Emissionen verhindern.

Bildquelle: Pixabay-User Pixource

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