Zukunftsboard

Digitaler Unterricht in digitalen Klassenzimmern

Spätestens seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie spielt das Thema der Digitalisierung des Schulunterrichts eine bedeutende Rolle. Was anfangs als Notlösung fungierte, um weiterhin eine Möglichkeit des Schulunterrichts zu gewährleisten, ist mittlerweile eine zukunftsträchtige und sinnvolle Alternative geworden. Die Revolution im Schulsystem hat damit bereits begonnen. Immer mehr Schulen setzen mittlerweile auch in „normalen Zeiten“ auf die Digitalisierung des Schulsystems. Neue Lernformen und Lehrformen sind auf dem Vormarsch. Wir wollen kurz darstellen, wo und wie sich das zeigt.

Internet in Schulen ist alternativlos

Das Netz ist mittlerweile aus den Schulen nicht mehr wegzudenken. Kurz mal googeln. Dieser Begriff gehört zum festen Alltag der Menschen. Es erleichtert für die Schüler die Recherche in den einzelnen Unterrichtsfächern enorm. Googelt man dann, so trifft man oft auf die Enzyklopädie Wikipedia an oberste Stelle in der Suchmaschine. Man kann natürlich zu Quellen wie Wikipedia seine eigene Meinung haben. Viele Lehrer lehnen diese Quelle generell ab, weil sie diese für unseriös, fehlerbehaftet und zu unwissenschaftlich halten. Aber neueste Studien haben ergeben, dass die dortigen Inhalte mittlerweile schon von recht guter Qualität sind und zur Kurzrecherche bei einfachen Themen durchaus helfen können. Die Menge an falschen Inhalten hat stark abgenommen.

Spätestens im Studium ist Wikipedia keine gültige Primärquelle, doch unter jedem Beitrag finden Studierende zahlreiche Hilfestellungen für ihre Quellenrecherche in den Fußnoten.

Die Anbindung ans Netz läuft allerdings noch nicht an allen Schulen optimal. Schnelles Breitbandinternet ist noch keine Selbstverständlichkeit an jedem Standort. Das gilt vorwiegend für ländliche Bereiche mit schlechter Infrastruktur. Auch bei den Schulformen gibt es deutliche Unterschiede. Während Universitäten und Gymnasien weit vorne liegen, ist bei Haupt- und Realschulen durchaus noch Nachholbedarf feststellbar.

Doch auch da holt Deutschland mittlerweile deutlich auf, zumal das Thema der Digitalisierung auch in der derzeitigen Bundesregierung einen hohen Stellenwert spielt. Man hat mittlerweile parteiübergreifend erkannt, dass in diesem Bereich dringend Handlungsbedarf besteht. Andere Länder haben da gegenüber Deutschland deutlich die Nase vorn. Ob die Politiker das halten, was sie versprechen, bleibt abzuwarten.

Digitale und vernetzte Klassenzimmer

Digitale Klassenzimmer werden immer mehr zum Standard in Deutschland.

Was versteht man darunter genau? Ein digitales Klassenzimmer hat einen Lehrerarbeitsplatz, die über eine Präsentationseinrichtung, also einem PC, Dokumentenkamera, Großbilddarstellung, Audiosystem verfügt. Dadurch hat der Lehrer die Möglichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler auf ihren digitalen Geräten, wie Notebooks oder Tablets, die Daten senden und empfangen können.

Wichtig für diesen Umbruch an den Schulen ist, dass es keine Klassenzimmer mehr gibt, sondern Lehrerzimmer. Dies bedeutet, dass die Schüler:innen den Lehrer in seinem individuellen Klassenraum aufsuchen und nicht der Lehrer in ein 0815-Klassenraum zu den Schüler:innen wandert. Dies ist in anderen Ländern längst so oder an Privatschulen in Deutschland.

Präsenzunterricht sollte es weiterhin geben, vorwiegend bei modernen Themen, in dessen Einheiten die Schüler:innen technisches Equipment nutzen sollten, sodass die digitale Tafel das Kernstück eines digitalen Klassenzimmers darstellt.

Die digitale Tafel dient im Schulunterricht zur Präsentation. Durch diese werden das Android-System mit der speziellen Tafel-Software, die meist auf eine eingebaute Windows-Rechnereinheit zurückgreift, verbunden. Die digitale Tafel dient als Zentrale zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling, aber bietet zahlreiche Werkzeuge, die nicht nur den Projektor und den Medienwagen ersetzen. Durch die Verbindung mit dem Internet lässt sich der Unterricht an das Medienverhalten der Schüler:innen anpassen, um etwa Videos bei YouTube einzubinden oder über politische Tweets auf Twitter zu diskutieren. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Homeschooling ist mehr als eine Notlösung

Das Homeschooling ist spätestens seit der Coronapandemie salonfähig geworden. Gerade in solchen Pandemien ist es unabdingbar. Man versteht darunter das Unterrichten der Schüler über Kommunikationssysteme wie IServ oder Microsoft Teams. Die Schüler empfangen dann über das Netz auf ihren heimischen Rechnern, Tablets oder Smartphones die Aufgaben. Zudem findet Unterricht auch über Videokonferenzen statt, was voraussetzt, dass alle Schüler über Kameras und Mikrofone verfügen. Der Lehrer ist so für die Schüler sichtbar. Und auch er sieht alle Schüler in kleinen Bildschirmfenstern. Es können auf diese Art und Weite Fragen gestellt werden. Aufgaben, die die Schüler bearbeiten müssen, können digital übertragen und vom Lehrer überprüft werden.

Neue Unterrichtsfächer braucht das Schulsystem

Der digitale Unterricht hat auch einen Einfluss auf zukünftige Unterrichtsfächer. So hat etwa die CSU die Forderung aufgestellt, neue Fächer wie Programmieren und digitale Wirtschaft einzuführen. Durch diese sollen die Schüler Zusatzkompetenzen im stark wachsenden Markt der Digitalisierung erhalten, die dann für neue Berufe in diesem Bereich wichtig sein könnten. Während es früher wichtig war, als Sekretärin eine Schreibmaschine zu bedienen, so sollte sie in der heutigen Zeit auch mit Programmen wie Excel oder Word vertraut sein. Fast alle Berufe passen sich heute an die digitale Welt an. Und so ist eine Forderung nach neuen Schulfächern, die diese Anpassung vereinfachen, durchaus legitim.

Das Erlangen von Medienkompetenz spielt in den Schulen eine immer größere Rolle und sollte längst ein eigenes Schulfach abbilden. An weiterführenden Schulen sollte das Wort „Powerpoint“ für keinen Schüler mehr ein Fremdwort sein, sondern teilweise längst durch moderne Präsentationstechniken abgelöst worden sein. Der Umgang mit den Einflüssen aus dem Internet, wie aus dem Social Media, muss erlernt werden.

Die Beherrschung einer solchen Software ist eine Kompetenz, die immer mehr Schulen von den Schülerinnen und Schülern einfordern. Während man früher auf reines Vorlesen oder in Ausnahmefällen auch auf Flipcharts zurückgriff, um ein Referat zu präsentieren, so ist Powerpoint heute mittlerweile der Standard in den Schulen. Der Schüler verbindet sich durch sein Tablet mit dem Beamer und kann sein Referat abhalten.

Fazit

Die Digitalisierung des Schulsystems ist ein spannendes Thema. Sie hat bereits begonnen, einige Dinge funktionieren schon recht gut. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch sehr weit weg. Die Zukunft wird auch noch weitere neue Ideen hervorbringen, die man heute vielleicht noch gar nicht hat. Man stelle sich beispielsweise vor, dass unsere Schüler durch Roboter unterrichtet werden, die speziell für das Lehren erschaffen wurden.

Die Schüler:innen müssen auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet werden und dies kann nur mit einer Reformation der Unterrichtsinhalte gelingen.

Dieser Gedanke ist heute sicherlich noch Fiktion, doch was Orwell seinerzeit in seinen Büchern als Fiktion beschrieb, ist heute schon zum großen Teil eingetreten. Wenn man die Chancen der Digitalisierung nutzt und ihre Gefahren bedenkt, kann etwas sehr Positives dabei herauskommen. Nur dürfen wir alle eines nicht aus den Augen verlieren: Der Mensch muss Mensch bleiben!

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