So sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus

Wenn ich mir Gedanken über die Arbeitswelt der Zukunft mache, dann spiele ich seit dem Ausbruch der Coronapandemie ein merkwürdiges Buzzword-Bingo. Die Strukturen der vergangenen Jahre haben sich 2020 verändert, wurden aufgebrochen und die Arbeitswelt musste einige Zukunftsthemen, wie die Remote-Arbeitsplätze oder die Digitalisierung zeitnah umsetzen.
Hätte man vor rund 200 Jahren einen Ausblick in die Arbeitswelt der Zukunft gewagt, so hätte man sich so manch Errungenschaft der Technik und der Arbeitsbedingungen wohl niemals erträumt. Heute gelten Dinge, wie die 40-Stunden-Woche oder der Einsatz von modernster Technologie zur Massenproduktion, als selbstverständlich.
Innovative Ideen, auch bedingt durch die Probleme der Zeit, kommen zum Vormarsch. Zu nennen wäre da so etwa das Arbeiten von zu Hause aus seit Beginn der Coronakrise. Hier wurde mittlerweile aus der Not eine Tugend gemacht. Aber auch andere Schlagworte wie „New Work“ oder „Metaverse“ fallen einem schnell ein, wenn man einen Ausblick in die Arbeitswelt der Zukunft wagt. Wir wollen im Folgenden einige Innovationen, die sich möglicherweise durchsetzen werden, vorstellen.
Innovationen in der zukünftigen Arbeitswelt
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Homeoffice
Homeoffice gibt es schon einige Zeit. Seit den 90er-Jahren wurde diese Arbeitsweise vorwiegend bei berufstätigen Frauen immer beliebter, um so Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Doch spätestens seit der Coronakrise wird diese Arbeitsform immer beliebter. Das gelegentliche oder ständige Arbeiten in den eigenen Vier Wänden mit moderner Kommunikationstechnik im heimischen Büro wird so langsam salonfähig.
In vielen Branchen hat es sich gezeigt, dass Homeoffice nicht nur funktioniert, sondern die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen gestiegen sind. Wegfallende Fahrten zum Arbeitsplatz und die gemeinsame Pause mit der Familie sorgen für einen positiveren Wohlfühlfaktor. Mein Onkel ist als Geschäftsführer eines großen Betriebs für mehrere Hundert Mitarbeiter:innen verantwortlich.
Er teilt mir jüngst mit, dass die Anzahl der Krankentage seit zwei Jahren zurückgegangen ist, aber gleichzeitig die Durchschnittszeiten bei der Fertigung in der Produktion ebenfalls zurückgegangen ist. Eine interne Befragung unter allen Angestellten zeigte, dass nur wenige Tage pro Woche im Homeoffice dankbar angenommen werden, wobei der vollständige Verzicht auf das Miteinander mit den Kollegen eher nicht gewünscht sei.
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New Work
Was auf Deutsch so viel wie „Neue Arbeit“ heißt, betrachtet den strukturellen Wandel in der Arbeitswelt. Der Sozialphilosoph Prof. Dr. Frithjof Bergmann war es, der diesen Begriff erstmals in den 70ern ins Spiel brachte. Der Grund bestand darin, dass durch die Globalisierung, sowie ersten Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz, neue Möglichkeiten in der Arbeitswelt geschaffen wurden. Auch spielt heute in diesem Kontext die Digitalisierung eine wachsende Rolle.
Spätestens seit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine sind allerdings auch die Nachteile und Grenzen der Globalisierung bekannt. Mittlerweile befindet sich die Welt diesbezüglich in einem Rückwärtsgang. Immer mehr Staaten setzen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit. Lang bewährte Vernetzungen werden durch Sanktionen und Embargos abgebaut. Wohin hier die Reise führt, lässt sich in diesen schwierigen Zeiten kaum prognostizieren.
Durch die Automatisierung von Prozessen seit den 70er-Jahren gibt es diverse Arbeitsbereiche, in denen komplette Berufe überflüssig wurden. Doch darin bestand auch eine Chance, weil neue Fachkräfte zur Überwachung der Prozesse in der Arbeitswelt benötigt wurden. Mittlerweile herrscht ein Mangel an Fachkräften in Deutschland. Bildung und Ausbildung wird in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen. Dieser Mangel ist für die Beschäftigten der Zukunft von großem Vorteil. Sie werden immer begehrter und bekommen die Facharbeiten auf dem Tablett serviert. Die Arbeitsbedingungen werden sich daher deutlich verbessern.
Nur die Unternehmen, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen, werden langfristig zukunftsfähig bleiben. Gut umgesetzt wird dieses bei Google. Dort kann der Mitarbeiter während seiner Arbeitszeit fast machen, was er will. Die Zentralen des Unternehmens bieten den Mitarbeitern eigene Fitnessräume, Restaurants sowie diverse andere Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Wann und wie oft diese benutzt werden, ist den Chefs egal. Die Mitarbeiter werden lediglich an der Erfüllung ihrer Aufgaben gemessen. Wie sie dies machen, ist dem Google letztendlich egal. Wer schnell und effektiv arbeitet, hat umso mehr Freizeit. Das ist die Philosophie, die dahintersteckt.
Die Entfaltung kreativer Gedanken wird durch dieses Model seit Jahren gefördert. Die Konkurrenz von Facebook bekam den Wegfall der Homeoffice-Freiheiten und die Rückkehr der Präsenzpflicht sehr zu spüren, denn viele Fachkräfte verließen daraufhin das Unternehmen. Neben der Möglichkeit im Homeoffice arbeiten zu können, spielte primär die aktuelle Job-Situation eine große Rolle, denn ehemalige Facebook-Mitarbeiter:innen bekommen sofort einen neuen Job in der aktuellen Welt.
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Roboter
Sie sind in der Massenproduktion mittlerweile Standard. Vor allem in der Industrie gibt es kaum einen Bereich, der nicht auf sie zurückgreift. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Mittlerweile gibt es hauptsächlich in fernöstlichen Ländern schon erste Hotels und Restaurants, welche den üblichen Kellner ersetzen. R2-D2 und C-3PO, allseits bekannt aus Star Wars, sind keine Fiktion mehr, sondern dienen mittlerweile auch dazu, das Essen und die Getränke zu servieren und freundlich zu fragen, ob der Gast noch weitere Wünsche hat. Die Entwicklungen in diesem Bereich der KI sind äußerst spannend.
Das immer größer werdende Aufkommen von Robotern in der Arbeitswelt bedeutet nicht zwingend den Wegfall menschlicher Arbeitskräfte, sondern sie dienen meistens eher der Unterstützung. Die Bedienung und das Anlernen von Robotern geschieht im besten Fall über das Machine Learning. Dabei lernen die Maschinen die Handgriffe von ihren menschlichen Vorbildern.
Mit Sicherheit werden in Zukunft einige Arbeitsplätze durch die Modernisierung der Arbeitswelt wegfallen, aber gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder, um eben den vollen Umfang der Roboter einsetzen zu können.
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Arbeitsplätze
Diese werden moderner und moderner. Der technische Fortschritt ist hier rasant. Bürostühle passen sich dem Mitarbeiter an und sorgen dafür, dass er beispielsweise durch die ideale Sitzposition und Polsterung keine Rückenprobleme bekommt. Bildschirme werden immer besser und strahlungsarmer. Der Arbeitsschutz spielt heutzutage eine große Rolle und die Büros werden wesentlich durchdachter als in der Vergangenheit gestaltet.
Virtuelle Realitäten, Homeoffice und sogar Meetings mit Hologrammen bestimmen auch den Arbeitsplatz der Zukunft. Wir werden lernen, mit Robotern zu arbeiten, per Internet aus dem Homeoffice an Orten auf der ganzen Welt zu arbeiten oder zu sprechen und gleichzeitig wird sich unser Equipment rasant weiterentwickeln. Gesehen auf die komplette Menschheitsgeschichte, durchlaufen wir heute innerhalb weniger Jahre eine Entwicklungsgeschichte von 300 Jahren, denn so bahnbrechend, innovativ und rasant stoßen wir in immer neue Sphären vor.
Dabei ist es wichtig nicht allzu viele Menschen abzuhängen und bei all dem Fortschritt wird dies eine weitere Herausforderung für den Arbeitsmarkt der Zukunft darstellen.
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Metaverse
Erstmals erwähnt wurde der Begriff im Science-Fiction-Roman „Snow Crash“* aus dem Jahre 1991 von Neal Stephenson. Spätestens seit der Umbenennung des Konzerns Facebook ist dieser Begriff in der Arbeitswelt angekommen. Der damalige Autor des Romanes verstand darunter eine weltweite virtuelle Realität (kurz VR), in welcher die Menschen als Avatare herumlaufen. Auch der sehr erfolgreiche Kinofilm „Avatar“ handelte thematisch von dieser Idee.
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Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, will sich dessen zukünftig hinsichtlich der Firmenausrichtung weiter widmen und benannte sein Unternehmen auch deswegen in „Meta“ um. Solche Welten, in denen virtuelle Häuser oder Firmen für reales Geld oder für Kryptowährungen erworben werden können, sind ein Trend der Zeit. In Spielen wie „Fortnite“ verfügt der Gamer über viele verschiedene Avatare. Ein Account mit recht seltenen Figuren kann mittlerweile einen sehr hohen realen Wert haben. VR wird zukünftig für neue Arbeitsplätze sorgen. Schließlich muss es Fachkräfte geben, die die Prozesse programmieren, überwachen und vor Hackerangriffen schützen.
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Digitalisierung
Sie ist in der heutigen Zeit unabdingbar und verknüpft alle hier vorher erwähnten Innovationen. Der Schulunterricht über das Internet, zum Beispiel durch Programme wie Microsoft Teams, ist spätestens sein Corona eine normale Alternative zur herkömmlichen Schulbildung. Auch die Lehrkräfte müssen sich dieser Thematik durch Fortbildungen unterwerfen. Der Lehrer der Zukunft wird also auch andere pädagogische Ansätze erlernen müssen. Das Schulfach „Medienkompetenz“ ist für das Schulsystem eine notwendige Einführung als neues Schulfach.
Schnelle Internetanbindungen immer und überall als Zukunftsvision für Deutschland? Die Vernetzung von Fahrzeugen würde dies benötigen, aber wir alle kennen doch in unserem Alltag bekannte und immer wiederkehrende Funklöcher in Deutschland. Schon mal mit der Regionalbahn von Essen nach Bochum gefahren? Da ist Internetausfall vorprogrammiert.
Internet ein Grundrecht? Diese Fragen beschäftigt unsere Bundespolitik täglich. Ob die Politiker das zeitnah durchsetzen, bleibt abzuwarten. Aber auf alle Fälle werden sich diese Zukunftspläne langfristig erfüllen.
Fazit
Der Ausblick in die Arbeitswelt der Zukunft bleibt ein spannendes Thema. Viele Chancen stecken in den Innovationen. Aber leider stehen die Zeichen der Zeit bedingt durch den Rückschritt in der Globalisierung schlecht. Wir müssen nicht nur digital zusammenrücken, sondern auch menschlich uns wieder annähern. Kriege, Krisen und Pandemien verhindern und blockieren die Zukunft, die, wenn richtig ausgespielt, das Leben aller Menschen verbessern könnte.
Wo siehst du dich in der zukünftigen Arbeitswelt?
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