Bitcoin und Ethereum im freien Fall

Meine ersten Erfahrungen mit Bitcoin und Ethereum musste ich ausgerechnet in diesem Jahr machen. Ich wollte mich seit Längerem mit Kryptowährungen beschäftigen und habe gerade am Anfang dieses Jahres mir ein Wallet erstellt. Eine bekannte Bank hat eine Art von Tochterunternehmen gegründet oder einfach den Krypto-Bereich in eine andere App ausgelagert, damit sich Menschen wie ich einfach und unkompliziert Bitcoin und Ethereum kaufen können.
Mein Start in die Krypto-Welt
Dazu gab es gleich zu Anfang diverse Prämien, wie für das Werben von Freunden oder durch Freunde, aber auch für eine regelmäßige Einzahlung auf das Konto in Verbindung mit einem Investment in einer der beiden Kryptowährungen. So bekam ich meine erste Prämie und warb einen Freund, zahlte mehr als drei Monate regelmäßig Geld auf das Konto ein und legte einen Dauerauftrag für den Kauf von Bitcoin und Ethereum an.
Nach ein paar Wochen gab es dann die Option, dass ich meine Bitcoins auf ein Extra-Konto anlegen könne, welches dann von der Bank verwaltet wird, mit dem Versprechen einer hohen Rendite. Ich begriff, dass der Gewinn mit Kryptowährungen nur durch den regelmäßigen Kauf und Verkauf passieren kann. Jedenfalls im Jahr 2022 ist bislang kein Platz für Spekulationen, da sich beide Kurse stark im Abwärtstrend befinden.
Ich stoppte meine Daueraufträge und beobachte seitdem die Kursverläufe nur noch nebenbei. Seit Januar habe ich 40 Prozent meiner Einnahmen verloren. Wenn ich die Prämien dazu zähle, dann sind es sogar noch mehr Prozent. Ich habe weder das Wissen noch die Zeit, um mich regelmäßig mit diesen Investments auseinanderzusetzen. Ich spekuliere jetzt darauf, dass sich die feste Bitcoin-Anlage wieder aus dem Keller bewegen wird und sobald ich meine Verluste drin habe, werde ich mich aus dem Krypto-Game verabschieden.
Bis zu 70 %-Verlust innerhalb eines Jahres
Am Wochenende lagen die Kurse von Bitcoin und Ethereum so tief, dass hier seit Jahresbeginn Verluste zwischen 60 und 70 % eingefahren wurden. Wenn der Kurs enorm fiel, dann berappelte sich dieser zwar wieder leicht, aber mir ist dieses Handeln einfach zu unübersichtlich. Natürlich wird es einige Großanleger geben, die Verluste mit Neukäufen ausgleichen wollen und können, die dann den Preis der Kryptowährungen nach oben schnellen lassen. Gleichzeitig muss die Mehrheit der Anleger einen Mehrwert in der Existenz und Nutzung von Kryptowährungen spüren, denn diese Einbrüche können nicht immer auf diesem Weg ausgeglichen werden. Diese Marktbewegungen führen ansonsten mit großer Sicherheit zu einer gefährlichen Blase, die dann noch heftiger platzen wird, als in den vergangenen Tagen.
Die Gründe für die Kryptowährung-Entwicklungen
Die Leitzinsen steigen aktuell und dies bedeutet, dass auf der anderen Seite in Zeiten der Inflation die festverzinslichen Wertpapiere wieder in den Fokus der Anleger:innen rücken, da diese Erträge erzielen, während die riskanten Investments in Kryptowährung dies im Moment nicht machen und auch die Zukunft hier komplett ungewiss ist.
Ich bin wahrlich kein Experte für Kryptowährungen, aber die Entwicklungen der Kursverläufen hängen manchmal von so kleinen Dingen ab. Wenn ein Anbieter bei Bitcoin und Ethereum aussteigt, wie, wenn auf Kryptowährungen basierte Hedgefonds abrauschen, der Zahlungsverkehr durch einen Dienstleister gestoppt wird oder Elon Musk einen entsprechenden Tweet absondert. Das sind alles Baustellen und Ereignisse, die ich weder beeinflussen, noch komplett verstehe und mich so in der Zukunft nur noch auf Investments einlassen werden, die mir ein festes Wachstum garantieren, wie eben festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilien mit Mieteinnahmen.
Experten-Diskussionen strotzen vor Uneinigkeit
Unter jedem Beitrag über Kryptowährungen gibt es die Fürsprecher:innen und Gegner:innen, die sich Vorwürfe und Meinungen entgegenwerfen. Diese Szene der Kryptowährungen hat viel mit Vertrauen in Experten zu tun, denn ich werde mich da nicht einarbeiten, sondern werde mich auf jemanden mit Expertise verlassen müssen, wenn ich mein Geld weiter in Kryptowährungen investieren möchte.
Es gibt viele Themen, wie auch die Nachhaltigkeit und der Verbrauch von Ressourcen für die Aufrechterhaltung der Blockchain, die mich an dem Konzept zweifeln lassen. Es ist ein kompliziertes und kaum greifbares Thema. Viele Menschen vertrauen in meinen Augen den falschen Menschen und haben bereits viel Geld mit dieser Art von Investment gemacht.
Wir kennen einen Fall aus unserer Nähe, da hat sich jemand von einem angeblichen Experten in eine WhatsApp-Gruppe einladen lassen. Hier wurden die wahnwitzigsten Theorien und Vorhersagen über die Zukunft der Finanzmärkte erzählt, um Werbung für eine Kryptowährung zu machen. Die Folge war, dass dieses Opfer mehr als 120.000 Euro in diese Währung investierte, diese stark abfiel und er daraufhin seine Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte, seine Firma verlor und jetzt mit seinen Verschwörungstheorien das Land verlassen hat. Dieser Experte produzierte YouTube-Videos in einem dunklen Keller, blieb unerkannt und erzählte etwas über das Ende der Deutschen Bank im Jahr 2019. Das ist nun eine Weile her und die Bank gibt es noch immer.
Was sind eure Erfahrungen mit Kryptowährungen? Auf welche Expert:innen hört ihr oder habt ihr euch selbst in das Thema reingefuchst? Vertraut ihr dem Bitcoin und Ethereum noch? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.



